Armin Thalhofer

Nachgedacht

Eigentlich, das heißt ohne Covid-19 und wenn alles nach Plan gelaufen wäre, würde ich mich aktuell irgendwo in Südostasien, meiner letzten großen Etappe auf dem Heimweg nach Deutschland, befinden. Die Nachrichten der letzten Wochen über den Militärputsch in Myanmar führten mir ein weiteres Mal vor Auge, wie fragil geschmiedete Pläne sein können. Je nach Reiseverlauf wäre ich zum Zeitpunkt des Putsches vielleicht gerade durch Myanmar durch gewesen, würde vor verschlossenen Grenzen stehen oder mich im schlimmsten Fall mitten drin befinden. Im Verlauf meines Reisejahres hatte ich dahin gehend ziemlich viel Glück. In Kairo gab es einen Anschlag ein paar Tage nachdem ich die Stadt verlassen hatte. Karthum, die Hauptstadt des Sudan habe ich drei Tage vor der blutigen Niederschlagung der Oppositions-Proteste verlassen. In Gondar, im Norden Äthiopiens, wurde ich vor beginnenden Unruhen in der Stadt gewarnt und in der gesamten Region Tigray, in der die alten Königsstädte Aksum und Mek’ele, die ich damals besuchte, liegen, herrscht seit Monaten ein Bürgerkrieg. In Lilongwe, der Hauptstadt Malawis, war ich während bewaffneter Proteste sicher bei Freunden untergebracht und auf dem südamerikanischen Kontinent waren in Chile und Bolivien die Proteste und Ausschreitungen erst kurz vorbei, als ich mit meinem Sohn diese Länder besuchte. Ich suchte immer den Kontakt zu Einheimischen, führte viele Gespräche über deren Lebenssituation und die politischen Verhältnissen in den einzelnen Ländern. Mir wurde dabei immer bewusster, wie gut wir es, neben den klimatischen Bedingungen, vor allem aus politischer Sicht in unserer Heimat haben. Ich setzte Demokratie unter anderem gleich mit Freiheit, all das tun und lassen zu können, was im Rahmen des Allgemeinen möglich ist.

Doch beinahe ein Jahr Corona-Pandemie mit teils erheblichen Eingriffen in unsere freiheitlichen, demokratischen Rechte zeigt meiner Ansicht nach mittlerweile erhebliche Schwächen unseres politischen Establishments auf. Und nein, ich bin weder Corona-Leugner, noch kann ich irgendwas mit sogenannten Querdenkern oder Extremisten rechts oder links der Mitte anfangen und habe auch nicht das geringste Verständnis für deren Ansichten.

Gestört hat mich jedoch schon lange, wie selbstherrlich Politiker mittlerweile mit ihrer vom Volk verliehenen Macht umgehen. Politiker sind zugegebenermaßen auch nur Menschen. Und Menschen machen zuweilen Fehler. Aus der Zeit meiner Kindheit und Jugend kann ich mich jedoch erinnern, dass Politiker meist zu ihren Fehlern standen und daraus oftmals ihre Konsequenzen gezogen, nicht selten ihr Amt zur Verfügung gestellt haben. Ein Umstand, den es heute kaum noch gibt. Da wird sich gedreht und gewunden, allen möglichen anderen die Schuld zugeschoben, sich als unfair behandelt oder gar als reingelegt dargestellt, nicht selten auch von offensichtlichen Lügen nicht zurück geschreckt. Und die Politiker-Kaste deckt sich gegenseitig, nicht nur innerhalb einer Partei, nach dem Motto „Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus“. Für mich haben die meisten Politiker, von wenigen Ausnahmen abgesehen, schlichtweg kein Rückgrat mehr.

Verantwortung übernehmen? Ja klar, aber nur wenn das Ergebnis positiv ist und man sich mit den Federn schmücken kann.

Zu gemachten Fehlern stehen und Konsequenzen daraus ziehen? Meist Fehlanzeige. Man betrachte nur das Debakel um die Autobahnmaut, den Skandal um die Cum-Ex-Geschäfte oder den aktuellsten um Wirecard.

Ein Jahr Corona-Pandemie zeigt meiner Meinung nach aber auch noch einen weiteren, eklatanten Missstand unserer Politiker auf: Den ihrer (in den meisten Fällen) fachlichen Inkompetenz und Führungsschwäche. Es steht außer Frage, dass ein Politiker nicht immer alles wissen kann und auch nicht muss. Aber ein Minister, der einen bestimmten Fachbereich leitet sollte in der Lage sein, sich in Themen einzuarbeiten und kompetente Mitarbeiter in seinen Stab zu berufen. Aber auch hier macht es oftmals eher den Anschein, dass parteipolitische Vetterleswirtschaft Vorrang hat. Politische Misswirtschaft durch mangelnde Kompetenz kam uns Steuerzahlern die vergangenen Jahre extrem teuer. Elbphilharmonie, Stuttgart 21 oder der Berliner Flughafen sind nur die eklatantesten Beispiele der jüngeren Vergangenheit. Offensichtlich wird versucht, diesen Mangel mit externer Beraterkompetenz auszugleichen. Wie sonst ist es erklärbar, dass im vergangenen Jahr über 500 Millionen Euro für externe Berater ausgegeben wurden? Mit Sicherheit auch zum Thema Corona. Doch mit welchem Erfolg?

Seit fast einem Jahr wursteln wir uns durch die Krise. Hatte im Frühjahr 2019 noch der allergrößte Teil der Bevölkerung Verständnis für die Maßnahmen, für den harten Lockdown, wundert sich unsere Führungsriege nun über mangelnde Zustimmung für…ja für was denn überhaupt?

Vom harten Lockdown im Frühjahr zu Erleichterungen im Sommer bis zum Lockdown Light im November und der aktuell immer wieder laufenden Verlängerung der Einschränkungen. Ich möchte nicht anzweifeln, dass Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie nötig waren und auch noch sind. Ich habe nicht die Kompetenz, die fachlichen Aussagen der Wissenschaftler zu beurteilen. Ich bin jedoch überzeugt, dass Corona nicht nur eine Art harmlose Grippe ist und sehr ernst genommen werden muss. Ich zweifle nur die Strategie an, nein, ich erkenne keine Strategie bei unseren Politikern. Seit einem Jahr hören wir vor allem, dass wir auf Sicht fahren müssen, insbesondere von unserem mittlerweile omnipräsenten bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder. Und keine Maßnahme, die auf Bundesebene beschlossen wird, die nicht von ihm nachträglich verschärft wird…nach dem Motto: „Ich bin der Söder und ich leg noch einen drauf“. Verstehen können das die wenigsten. Wenn beispielsweise von unserem Nachbarland Österreich eine so große Gefahr ausgeht wie er immer sagt, dann müssen die Grenzen konsequent kontrolliert oder letztendlich geschlossen werden! 

Kein vernünftig denkender Mensch konnte den Aussagen unserer Politiker Ende Oktober wirklich glauben schenken. „Wir schließen jetzt für vier Wochen alle Bars, Gaststätten und Hotels, erlauben nur noch beschränkten Kontakt unter Mitmenschen und dann können wir ein unbeschwertes Weihnachtsfest feiern“…wie unlogisch war das denn? Abgesehen davon, dass vor allem im Einzelhandel und in den Gaststätten viel Geld für Hygienekonzepte ausgegeben wurde und über den Sommer das System gut funktionierte, musste eigentlich doch jedem bewusst gewesen sein, dass das all dem widersprach, was uns im Frühjahr gepredigt wurde: Ein/zwei Monate Lockdown mit Einschränkungen und ab Mai wird alles besser. Es wird wärmer, die Menschen halten sich mehr draußen an der frischen Luft auf, die klassische Virenzeit endet mit Beginn des Sommers.

Doch es war Anfang November. Es stand neben dem Winter auch die klassische Erkältungs-/Virenzeit für lange Monate bevor. Ich war mir damals schon sicher, dass wir „Wochen“ streichen und dafür „Monate“ setzten können. Und es zeigte auf, wie einmal mehr unvorbereitet und konzeptlos unsere Politiker auf die nahende Winterzeit, trotz der Warnungen vieler Wissenschaftler, waren. Und es bis heute offensichtlich sind.

Keine Konzepte für Schulen, Familien, Einzelhandel und Gasstätten wurden für den (wahrscheinlichen) Fall entwickelt, dass es eine zweite Welle geben sollte. Der ganze Sommer wurde nicht wirklich genutzt, es wurde nur gehofft, dass schon alles nicht so schlimm werden wird und irgendwer einen Impfstoff in ausreichender Menge aus dem Hut zaubert.

Wir hangeln uns nun seit fast vier Monaten von einer Lockdown-Verlängerung zur nächsten. Sind überrascht, dass das Virus mutiert und dass die Hersteller von Impfstoffen nicht so liefern können, wie es die politisch Verantwortlichen gerne hätten. Konzeptloses Abwälzen von Verantwortung auf andere, um die eigenen Versäumnisse, die eigene Inkompetenz zu verschleiern. Kaum ein Politiker wagt es öffentlich auszusprechen, dass uns das Virus noch eine Weile länger beschäftigen wird. Es ist nun Mitte Februar und noch immer gibt es keine vernünftigen, längerfristigen Konzepte, um Schulen offen, die Wirtschaft am laufen zu halten und um die Grundrechte der Bürger möglichst wenig einschränken zu müssen. Alles was wir hören, ist, dass wir auf Sicht fahren müssen und mit dem Impfstoff nun alles besser werden soll. Ich bezweifle das.  Die bisher aufgetretenen Mutationen und die ersten Studien über die nicht durchgängige  Wirksamkeit aller Impfstoffe bei den Mutationen zeigen das sehr deutlich.

Und die Leidtragenden sind mal wieder vor allem die „Kleinen und Schwachen“.

Angefangen von den Kindern, die nicht nur in ihrer schulischen Entwicklung gestört werden, über die alten und hilfsbedürftigen Menschen die auf deren alte Tage hin mehr und mehr vereinsamen, bis hin zum Einzelhandel und Mittelstand. All diejenigen, die keine oder keine starke Lobby haben…im Gegensatz zu den Großkonzernen.

Großkonzerne wie Lufthansa und TUI werden mit Milliarden gerettet. Wobei ich auch hier differenzieren möchte. Die Lufthansa ist für mich ein Stück weit systemrelevant. Aber in die Misere ist, neben der Lufthansa, die gesamte Branche ein Stück weit selbst gerutscht. Denn hätten Flüge einen realistischen, betriebswirtschaftlichen Preis und könnten nicht für 29,- Euro Ziele in ganz Europa erreicht werden, wäre deren Flotte sicherlich um ein vielfaches kleiner gewesen und es müssten nicht hunderte Flugzeuge zwangsweise bei voller Leasingrate am Boden bleiben.

Ein anderes Kaliber dagegen ist TUI. Es stimmt, TUI ist ein deutscher Konzern, der vor der Corona-Krise im Jahr 2019 über 70.000 Mitarbeiter weltweit hatte. Aber davon lediglich etwas mehr als 10.000 in Deutschland. Dafür aber in der Krise bereits drei Rettungspakete von fast drei Milliarden Euro, zum Großteil aus Steuergeldern erhalten hat? TUI ist für mich, im Vergleich zum heimischen Einzelhandel und zur Gastronomie, um nur zwei Beispiel zu nennen, nicht systemrelevant! 

Das Geld hätte sollen meiner Ansicht nach besser in die parallele Entwicklung eines Corona-Medikaments, in unser Kranken-, Pflege- und Bildungssystem investiert werden sollen. Bereiche, die bis zur Krise teils sträflichst vernachlässigt wurden. Ein Paradebeispiel ist das bayerische Schulsystem. Heute noch haben die Lehrer zum Großteil keine dienstlichen Computer, bereiten ihren Unterricht auf privaten Geräten, mit privaten Mitteln und privatem Internet , teils immer noch per Hand vor und verteilen in den Klassen Kopien so wie es in meiner Schulzeit bereits war. Digitalisierung der Klassenzimmer und der Schüler? Größtenteils Fehlanzeige.

Bayern das Land von „Laptop und Lederhosen“? Im öffentlichen Bereich Fehlanzeige.

Die Corona-Krise treibt die Spaltung der Gesellschaft immer weiter voran. Während unsere Politiker auf großzügigen Versorgungskissen schlafen können, sich weder um Einkommen noch um spätere Pensionsansprüche Sorgen machen müssen, lobbystarke Großkonzerne umgehend mit Milliarden aus Steuergeldern gerettet werden, bleiben Familien, Einzelhandel und Gastronomen  dabei auf längere Sicht auf der Strecke. Es hilft einem Arbeitnehmer nur bedingt, wenn ein verlängertes Kurzarbeitergeld bezahlt wird, sein Betrieb aber pleite geht. Das böse Erwachen wird hier erst noch kommen.

Unsere Politiker auf Bundes- und Landesebene sind größtenteils so weit von der Basis, vom Volk entfernt, dass sie gar nicht mehr wissen, wie ein einfacher Arbeiter seine Familie ernähren muss. Und was es für bestimmte Schichten in unserer Bevölkerung bedeutet, zwei/drei Kinder im Homeschooling zu betreuen…Nannys/Privatlehrer sind nicht der Standard in der Masse der Bevölkerung!

Warum ist jeglicher Amateursport seit nahezu einem Jahr verboten? Was einmal mehr insbesondere Kinder und Jugendliche betrifft. Wichtig war für die Politik aber, dass vor allem der Profifußball so schnell als möglich wieder rollen muss. Ist Profifußball systemrelevant? Meiner Ansicht nach nicht! Profifußballer wurden bereits zu Beginn der Krise, als die Anzahl der verfügbaren Tests begrenz war, regelmäßig auf Corona getestet. Profifußballer erscheinen Woche für Woche wohl frisiert auf dem Rasen und das obwohl es allen Friseuren seit Dezember verboten ist ihren Beruf auszuüben. Vorbildfunktion? Fehlanzeige! Da hört man keinen Politiker laut aufschreien. Geht ja auch nicht, da auch hier Politik und die großen Vereine teils eng miteinander verbandelt sind.

Ebenso die Ein-Personen-Regelung. Ja, auch ich halte Kontaktbeschränkungen für sinnvoll und in gewissem Maße notwendig. Keinen Sinn kann ich aber der aktuellen Regelung des Ein-Personen-Kontakts sehen. Es trifft auch hier wieder vor allem ältere und betreuungsbedürftige Personen. Großeltern, die gemeinsam nicht mehr zu ihren Kindern zum Essen gehen können. Paare, die nicht ein Minimum eines verantwortlichen sozialen Kontaktes pflegen können. Wo liegt der Sinn, wenn ein Partner zum Beispiel seine Eltern/einen Freund besuchen kann und dann heim zu seinem Partner geht der nicht mit durfte?

Kontaktbeschränkungen und vor allem die pauschale nächtliche Ausgangsbeschränkung empfinde ich als massivsten Eingriff in die Grundrechte. Solche Maßnahmen kannte ich bisher nur von totalitären Staaten, die damit ihre Führungsschwächen vertuschen und ihren Machterhalt versuchen zu festigen!

Und die Krux an der gesamten Situation ist, dass unsere Politiker nicht wissen, bzw. erklären können, welche der Maßnahmen nun wirklich wirkt. Und deswegen wird vorsichtshalber das ganze private, öffentliche und wirtschaftliche Leben auf unbestimmte Zeit lahmgelegt. Aber wenn man, zumindest bis letzte Woche, vom Ausland an einem Flughafen ankommt, kann man nahezu ungehindert deutschen Boden betreten. Im März vergangenen Jahres, als ich von Kolumbien zurückfliegen musste, wurde ich auf beiden Flughäfen in Kolumbien nach Symptomen befragt und es wurde meine Temperatur gemessen. Bei Landung in Paris keine Spur davon, ebenso so nicht bei Ankunft am Flughafen München, obwohl Frankreich, insbesondere Paris damals schon ein bekanntes Risikogebiet war.

Ähnlich erging es mir vor zwei Wochen, als ich von Namibia zurück in Frankfurt landete. Ich wurde zwar nach meiner Staatsangehörigkeit gefragt, aber niemand interessierte sich für die digitale Einreiseanmeldung, die ja  im Vorfeld der Einreise zwingend notwendig ist. Auch hier wieder ein großer Unterschied zwischen unserem vermeintlich hochentwickelten Bayern und anderen Bundesländern. Während Reisende z.B. aus Hamburg und Schleswig-Holstein, die im Flieger neben mir saßen, innerhalb Stunden eine Rückmeldung auf die digitale Einreiseanmeldung Ihres Gesundheitsamtes per Email erhalten hatten mit genauen Hinweisen wie sie sich zu verhalten haben, bekam ich am vierten Tag, rund 65 Stunden nach meiner Landung in Frankfurt, einen Anruf vom zuständigen Gesundheitsamt mit dem Hinweis, dass ich innerhalb 48 Stunden einen Test machen muss. Der Mitarbeiter hatte nicht einmal auf dem Schirm, dass ich mein Testergebnis bereits weniger als 24 Stunden nach meiner Ankunft dem Gesundheitsamt per Email übermittelt hatte. Das System „Sormas“, das die Vernetzung aller Gesundheitsämter in Deutschland sicherstellen und spätestens zum ersten Februar in allen Gesundheitsämtern installiert sein sollte scheint vor allem in Bayern nicht zu funktionieren…soviel zum Thema „Laptop und Lederhosen“

Interessant dazu ist auch ein Artikel der TV-Reporterin Nadja Kriewald, die  ihre Erfahrungen des vergangenen Reisejahres eindrucksvoll aufzeigt (https://www.n-tv.de/politik/Fangt-endlich-mit-dem-Testen-an-article22317478.html)

Die aktuellen politischen Maßnahmen nach dem Gießkannenprinzip, Politiker, Behörden- und oberste Kirchenvertreter die sich beim Impfen vordrängeln und Konzeptlosigkeit ohne Mittel-/Langfristperspektive spaltet nicht nur unsere Gesellschaft mehr und mehr, sie zeigt in furchterregendem Maße die Hilflosigkeit unserer Politiker und bedroht dadurch auch das so wertvolle Verständnis von Demokratie…Entwickeln wir uns zu einer Bananenrepublik? 

Wann kommen Lockdowns zur Verringerung von Straftaten, Verkehrsunfällen, CO2-Verringerung etc.? Es zeigt sich ja schließlich, dass auch in diesen Bereichen ganz nebenbei „Erfolge“ durch die bisherigen Maßnahmen erzielt wurden…dazu passen die Aufrufe zum Denunziantentum von obersten Stellen.

Für mich stellt sich weniger die Frage, ob der aktuelle Lockdown wieder einmal verlängert werden soll/muss, sondern wann unsere Politiker endlich tragfähige Konzepte erarbeiten, ehrlich kommunizieren und beginnen zu agieren und nicht nur zu reagieren. Die andauernde Verlängerung des Lockdwon ist kein Agieren, sondern ein Reagieren auf deren Hilflosigkeit in der aktuellen Situation!

Denn wie Melanie Brinkmann, Virologin  am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, unlängst sagte: „Wir kriegen niemals genügend Menschen geimpft, bevor die Mutationen durchschlagen. Dieser Wettlauf ist längs verloren. Alles andere entspringt Wunschdenken, genährt von falschen Versprechungen einiger Politiker. (…) Corona wird uns 2022 noch beschäftigen – wahrscheinlich darüber hinaus“

Melianie Brinkmann ist eine Verfechterin einer No-Covid-Strategie. Ob dies der Schlüssel zum Erfolg ist vermag ich nicht zu beurteilen. Besser jedoch eine klare Ansage als laufend wechselnde Kennzahlen mit denen die Politiker uns ein fürs andere Mal Lockerungen versprechen.

Wir werden offensichtlich auf längere Zeit noch mit Corona leben müssen und brauchen deswegen tragfähige Konzepte…der nächste Winter kommt bestimmt, neue Viren oder Mutationen werden auftauchen, die Politikverdrossenheit nimmt zu, radikale Gruppierungen bekommen mehr und mehr Aufwind…unsere Demokratie leidet zusehends!

Und im beginnenden Superwahljahr werden unsere Politiker/unsere Parteien mit  Wahlkampfgeplänkel, leeren Versprechungen täglich wieder versuchen den vermeintlichen politischen Gegner zu übertrumpfen…mehr denn je auf dem Rücken der geplagten Bevölkerung, nur um die eigenen Macht zu erhalten…

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Copyright © Armin Thalhofer

4 Kommentare

  1. Hallo Armin, wahre Worte. Dem ist nichts hinzuzufügen. Grade das konzeptionelle Versagen des Homeschooling System trifft meine Kinder hart. Die Desozialisierung schreitet voran. Viele Grüße Stephan

  2. The only countries that have had success with COVID were the ones in which politicians were wise enough to put themselves out of the loop. They nominated task forces including medical and economic advisors and professionals, and cleared the stage to let them work. This is what New Zealand, Australia, and others did. Countries where the politicians kept the control, like Israel, the US, Brazil and most European countries, were doomed in this war.

  3. Armin,
    ich habe Gänsehaut all over. Du sprichst mi´r aus dem Herzen und hast mit Deiner Sichtweise bei mir voll ins Schwarze getroffen!
    DANKE
    Besten Bikengruß, Stefan

  4. Hallo Armin,
    eher zufällig bin ich auf deine Internetseite aufmerksam geworden und lese deine Reiseerfahrungen mit großem Interesse. Dein Entschluss, zumindest für eine bestimmte Zeit alles hinter dir zu lassen, und auf deine ganz persönliche Weltreise zu gehen, finde ich sehr inspirierend. Respekt für deinen Mut zu dieser Entscheidung. Leider durchkreuzt Corona zur Zeit viele Reisepläne. Deine Worte zu Corona sprechen mir total aus der Seele. Du hast es perfekt auf den Punkt gebracht. Ich hoffe das noch viele andere Personen deine Gedanken lesen und unsere Politiker endlich aufwachen.

    Viele Grüße
    Dirk

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