Armin Thalhofer

Wildlife Live

 (English text below)

Aufgeregt sah ich dem entgegen, was mich (nach einem unkomplizierten Grenzübergang in Moyale) in Kenia erwarten sollte. Ich bin im für mich „richtigen“ Afrika angekommen und wollte endlich all die mehr oder weniger großen Tiere in freier Wildbahn sehen, die ich bisher nur vom Zoo kannte. Und ich wurde nicht enttäuscht. Bereits nach wenigen Kilometern sah ich unweit der Straße die ersten Warzenschweine und Gazellen. Ich war überrascht, dass ich nach dem grünen Äthiopien hier wieder Wüste vorfand, obwohl eigentlich die Regenzeit gerade zu Ende sein und die Wüste „leben“ sollte. Bei einer kurzen Kaffeepause erfuhr ich von Einheimischen, dass es in dieser Gegend seit einem Jahr nicht mehr geregnet hat und dies vielleicht Auswirkungen des Klimawandels seien.

Doch es dauerte nicht lange, bis die Landschaft wieder grüner wurde. Ich befand mich mitten in der Afrikanischen Savanne mit den für hier typischen Schirmakazien (Burcea Africana)

Savanne im Norden Kenias

Im weiteren Verlauf meiner Reise durch Kenia versuchte ich die Hauptstraßen, wann immer es ging, zu meiden und Routen auf typisch afrikanischen (Wellblech-)Pisten,  meist steinig, hin und wieder sandig und immer staubig durch einsame Gegenden zu wählen. Zebras, Impalas, Gazellen, Affen und Giraffen sah ich aus nächster Nähe neben den Pisten.


Elefanten, Wasserbüffel, ein Hippo und diverse Vögel konnte ich an einem Wasserloch beim trinken und baden aus teils wenigen Metern beobachten. Es war unglaublich faszinierend und beeindruckend. Ich genoss diesen Mix aus Savanne, Tieren und Fahrspaß wie kaum etwas anderes je zuvor.

Nicht selten musste ich mich aufraffen weiter zu fahren und benötigte für Strecken von weniger als hundert Kilometer oftmals mehrere Stunden.

Doch auch richtige Herausforderungen warteten auf mich. Für eine 50 km lange Strecke im Westen Kenias über die Berge benötigten wir (ich bin aktuell wieder mit Rico unterwegs, den ich bei meinem zweiten Stopp in Nairobi erneut getroffen habe) mehr als vier Stunden. Zwei äußerst felsige Pässe mit teils mehr als Basketball großen Steinen, wechselten sich mit Abschnitten mit tiefen Rinnen und bis zu 20/30 cm hohen Felsabsätzen ab. Am Ende der Strecke musste noch ein ca. 50 Meter breiter Fluss durchquert werden, was uns unsere allerletzten Kräfte kostete. Ohne der Hilfe von Einheimischen hätten wir das wahrscheinlich nicht geschafft. Mein härtester Moped-Tag ever.

Auch die Tage darauf sollten nicht einfacher werden, da es immer wieder regnete und sich die im trockenen Zustand gut zu befahrenden Pisten in äußerst rutschige und matschige Abschnitte verwandelten. Eine echte Herausforderung mit diesem schweren Bike und ich war froh, beim Service in Nairobi auf einen groben Stollenreifen gewechselt zu haben.

Aber meine Dicke konnte nun zeigen, für was sie eigentlich gebaut wurde…Offroad mit Gepäck in Afrika, anstatt frisch geputzt auf der Leopoldstraße zu flanieren. Und sie meistert das bisher mit Bravour.

Ach ja, ich bin jetzt seit fast drei Monaten unterwegs und habe mehr als 14.000 km zurückgelegt. Eine lange Zeit, aber unglaublich wie schnell diese vergangen ist und was ich alles erleben durfte.

Ob ich meine Entscheidung je bereut habe, ob ich Heimweh habe oder irgendwas vermisse? Alle drei Fragen kann ich definitiv mit einem klaren NEIN beantworten.

Das einzige was mir tatsächlich manchmal fehlt sind Familie und Freunde, die aber dank moderner Medien eigentlich gar nicht soweit entfernt sind, wie es die physische Entfernung vermuten lässt…

Seit ein paar Tagen sind wir mit Kinga @onherbike unterwegs, die wir zufällig bei einer Rast getroffen haben. Sie ist seit nunmehr zwei Jahren alleine auf ihrer F800 GS von Australien aus in der Welt unterwegs und hat mit uns gemeinsam nun die Grenze zu Uganda überschritten…doch dazu später mehr…

Kinga, Rico and me

Excited, I looked forward to what should expect me (after an uncomplicated border crossing in Moyale) in Kenya. I finally arrived in what for me was the ‘real’ Africa. Finally I wanted to see all the more or less large animals in the wild, which I so far only knew from the zoo. I was not disappointed. After just a few kilometers I saw the first warthogs and gazelles not far from the road. I was surprised that I found desert again after the green Ethiopia. Especially since the rainy season should just be over by now and the desert should be alive.  At a short coffee break I learned from locals that it has not rained in this area for a year, possibly being an impact of climate change already. But it was not long before the landscape got greener again. I was in the middle of the African savannah, with its typical umbrella acacias (“Burcea Africana”).

In the further course of my journey through Kenya I tried to avoid the main roads whenever possible and tried to choose routes on typical African (corrugated) slopes instead. These were mostly stony, now and then sandy and always dusty leading through lonely areas. Zebras, impalas, gazelles, monkeys and giraffes, elephants, water buffalo, a hippopotamus and various birds could be seen only a few feet off the road. It was incredibly fascinating and impressive. I enjoyed this mix of savanna, animals and driving pleasure like I never had before.

Oftentimes I had to pull myself together to stop looking and keep on riding. It often took me several hours to cover distances of less than a hundred kilometers.

But real challenges were waiting for me. It took more than four hours for us to cover a distance of 50 km in western Kenya on a route through the mountains (I am currently traveling with Rico again, whom I met again during my second stop in Nairobi). Two extremely rocky passes with stones sometimes bigger than basketballs, alternated with sections with deep grooves and rock steps up to 20/30 cm in height. At the end of the route, a 50 meter wide river crossing was waiting for, which cost us our very last strength. Without the help of locals, we probably would not have made it. My hardest moped day ever.

The days after that should not be any easier, as it rained again and again and the well-to-be-drivable slopes turned into extremely slippery and muddy sections. A real challenge with this heavy bike and I was glad to have changed to a rough nobby tire at the service in Nairobi.

But my fat could now show what it was really made for… Offroad with luggage in Africa, instead of rolling down the Leopoldstraße freshly cleaned. And she masters this so far with bravery. 

Oh yes, I’ve been on the road for almost three months now, covering more than 14,000 km. A long time, but unbelievable how fast it has passed and what I was able to experience. Whether I have ever regretted my decision, whether I am homesick or miss something? I can definitely answer all three questions with a clear NO. The only thing I actually miss sometimes are family and friends, but thanks to modern media, they are actually not that far away, excluding the physical distance …

For a few days now we have been on the road with Kinga @onherbike, which we happened to meet during a rest. She is travelling the world from Australia alone on her F800 GS since two years and has now crossed the border to Uganda with us … more on that later …

Copyright © Armin Thalhofer

7 Kommentare

  1. Hey Armin,
    Super Klasse wie Du schreibst, ich warte immer schon auf deine Berichte. Marco hat gestern schon so einiges erzählt (Yannick hatte Geburtstag).

    Gruß aus Krumbach
    Charlie

  2. Hallo Armin,
    danke für all die tollen Eindrücke, die du mit uns teilst.
    Weiterhin sichere Fahrt, beseelte Momente und tolle Menschen auf dem Weg.
    LG, Monika

  3. Hallo Armin,
    tolle Bilder und besserer Text. Ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Reisebericht.
    Danke fürs mitnehmen.
    Das ist dann doch ein anderes Afrika….
    Viele Grüße
    Stephan

  4. Lieber Armin,
    wir freuen uns sehr, dass es dir in allen Belangen so gut geht.
    Sehr gespannt warten wir schon immer auf deine Berichte und vielsagende Fotos. Es ist sehr beeindruckend und auch unsere Kinder sind sehr an deinen Eindrücken interessiert.
    Genies es weiterhin und pass auf dich auf.
    Liebe Grüsse aus der Mühle

  5. Servus Armin, es ist einfach Super deine Berichte zu lesen !
    Weiterhin gute Fahrt und die besten Grüße aus Ichenhausen und Augsburg

  6. Hallo Armin
    Komme gerade vom Stammtisch
    Nie ,Lexi und Richi waren da
    Heut werden es 100 Tage dass du unterwegs bist
    Die Zeit verfliegt bei Dir scheinbar genauso schnell wie bei uns hier
    Feiere das kleine Jubiläum
    Ich werd heut Abend beim Munding auch ein Bier auf Dich trinken
    wenn ich Deine Schafkopfrunde besuche
    Lexi, Uli, Nie und Lo müßen eben heut ohne Ihren Brunzkattler auskommen
    Alles Gute
    Gruß Schor

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